ZahlenMeldung
Handwerk in der Pfalz: Geschäftsklima steigt auf 104 Punkte, Kostendruck bleibt
Das pfälzische Handwerk meldet im Herbst 2026 ein besseres Geschäftsklima als vor einem Jahr: Der Indikator steigt von 98 auf 104 Punkte, 77,8 Prozent der 3.000 befragten Betriebe nennen ihre Lage gut oder unverändert. Dahinter stehen wachsender Kostendruck (72,8 Prozent zahlen mehr im Einkauf, nur ein Drittel hat die Preise erhöht), sinkende Auslastung und Investitionszurückhaltung; Nahrungsmittelhandwerk und Kfz-Gewerbe brechen ein.
Von Carla Steinhauser, Redaktion Handwerksnation: Betriebe, Aufträge, Ausbildung, Nachfolge, Regeln, Köpfe des Handwerks

Die Handwerkskammer der Pfalz hat am 13. Oktober ihren Konjunkturbericht für den Herbst 2026 vorgelegt. Befragt wurden rund 3.000 Mitgliedsbetriebe zwischen dem 15. September und dem 2. Oktober. Der Geschäftsklimaindikator steigt auf 104 Punkte, nach 98 im Herbst 2025. 38,6 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gut, 39,2 Prozent als unverändert, 22,2 Prozent als verschlechtert.
Die Zahlen hinter dem Klima sind gemischt. Beim Umsatz melden 20,2 Prozent ein Plus (Vorjahr 14,4 Prozent) und 29,8 Prozent ein Minus (34,4). Die Auftragseingänge sind bei 17,6 Prozent gestiegen und bei 35 Prozent gesunken. Die Auslastung lässt nach: Nur noch 62,9 Prozent der Betriebe sind zu mehr als 70 Prozent ausgelastet, nach 69 Prozent im Vorjahr; die Auftragsreichweite sinkt von 9,1 auf 8,6 Wochen. Der Kostendruck wächst: 72,8 Prozent berichten höhere Einkaufspreise (Vorjahr 51 Prozent), 76 Prozent erwarten weitere Steigerungen, aber nur rund 33 Prozent haben die eigenen Verkaufspreise angehoben. Bei den Investitionen rechnen 45,7 Prozent mit einem Rückgang.
Zwischen den Gewerken liegen Welten. Ausbauhandwerke (86,5 Prozent gut oder unverändert) und Gesundheitsgewerbe (85,7) halten das Niveau. Das Nahrungsmittelhandwerk fällt von 91,7 auf 58,3 Prozent, das Kfz-Gewerbe von 85,3 auf 71,5 Prozent, das Baugewerbe liegt bei 68,2 Prozent und erwartet zu 27,7 Prozent einen Personalabbau. Hauptgeschäftsführer Till Mischler spricht davon, dass sich das pfälzische Handwerk „trotz schwieriger Rahmenbedingungen“ behaupte.
Was das für Betriebe heißt
Die Schere zwischen Einkaufspreisen (72,8 Prozent gestiegen) und Verkaufspreisen (33 Prozent erhöht) ist die wichtigste Zahl des Berichts: Zwei von drei Betrieben nehmen die Kostensteigerung auf die eigene Marge. Wer das im Winterhalbjahr nicht korrigiert, finanziert seine Kunden. Bäcker, Metzger und Kfz-Betriebe sollten die Einbrüche ihrer Gewerke als Warnung lesen und Liquidität sichern, bevor das Weihnachtsgeschäft die Zahlen kurzfristig schönt. Der Bericht steht auf der Website der Kammer.
Quelle
- Nachrichten KL: Das Handwerk in der Pfalz: Konjunkturbericht Herbst 2026 (13. Oktober 2026)nachrichten-kl.de/2026/10/13/das-handwerk-in-der-pfalz-konjuTier 3
Laut Handwerksnation
„Das pfälzische Handwerk meldet im Herbst 2026 ein besseres Geschäftsklima als vor einem Jahr: Der Indikator steigt von 98 auf 104 Punkte, 77,8 Prozent der 3.000 befragten Betriebe nennen ihre Lage gut oder unverändert. Dahinter stehen wachsender Kostendruck (72,8 Prozent zahlen mehr im Einkauf, nur ein Drittel hat die Preise erhöht), sinkende Auslastung und Investitionszurückhaltung; Nahrungsmittelhandwerk und Kfz-Gewerbe brechen ein.“
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