ZahlenMeldung
HWK Koblenz: 83 Prozent gute Geschäftslage, aber 77 Prozent zahlen mehr im Einkauf
Das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz hält die Lage, verliert aber Marge: 83 Prozent der 2.800 befragten Betriebe nennen ihre Geschäftslage gut oder befriedigend, 77 Prozent zahlen höhere Einkaufspreise, nur 34 Prozent können die Preise weitergeben. Die Erwartungen sind mit 77 Prozent so schlecht wie seit fünf Jahren nicht. Kammerpräsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich sprechen von einem „Alarmsignal“.
Von Carla Steinhauser, Redaktion Handwerksnation: Betriebe, Aufträge, Ausbildung, Nachfolge, Regeln, Köpfe des Handwerks
Die Handwerkskammer Koblenz hat am 7. Oktober 2026 ihren Konjunkturbericht für den Herbst vorgelegt, Grundlage sind Antworten von 2.800 Betrieben, mehr als zehn Prozent der rund 22.100 Mitgliedsbetriebe. 83 Prozent bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Für die kommenden drei Monate erwarten das nur 77 Prozent, der schlechteste Wert der vergangenen fünf Jahre.
Die Auftragslage ist stabil: 67 Prozent melden gleichbleibende oder gestiegene Aufträge (Vorjahr 66 Prozent), der Auftragsvorlauf ist von 9,2 auf 12,3 Wochen gestiegen. 71 Prozent berichten stabile oder höhere Umsätze, 25 Prozent davon einen Zuwachs (Vorjahr 22). Der Druck kommt von den Kosten: 77 Prozent der Betriebe zahlen höhere Einkaufspreise, im Vorjahr waren es 55 Prozent, und nur 34 Prozent konnten höhere Verkaufspreise durchsetzen (26). Bei den Investitionen sinkt der Anteil der investierenden Betriebe von 60 auf 56 Prozent, die durchschnittliche Summe steigt aber von 26.000 auf 32.000 Euro. Beim Personal planen 78 Prozent keine Veränderung, 14 Prozent fürchten Stellenabbau, 8 Prozent wollen einstellen.
Nach Gewerken liegen Kfz-Betriebe mit 92 Prozent guter oder befriedigender Lage vorn, Baubetriebe bei 86, Ausbau bei 84, Gesundheitsgewerbe bei 88 Prozent. Personenbezogene Dienstleistungen fallen von 86 auf 75 Prozent, Handwerke für den gewerblichen Bedarf von 79 auf 75. Kammerpräsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich: „Der enorme Kostendruck ist ein Alarmsignal.“ Für einen Aufschwung bräuchten die Betriebe „vor allem Verlässlichkeit“.
Was das für Betriebe heißt
Drei Viertel zahlen mehr, ein Drittel gibt es weiter: Die Lücke ist die Marge, und sie schließt sich nicht von allein. Betriebe mit vollen Auftragsbüchern über zwölf Wochen haben die Verhandlungsposition, Preise anzupassen, und sollten sie jetzt nutzen, bevor der Vorlauf im Winter schrumpft. Die 32.000 Euro durchschnittliche Investition zeigen, dass die, die investieren, größer investieren; wer zögert, sollte prüfen, ob Förderprogramme der Kammer oder der ISB den Schritt tragen.
Quelle
- Handwerkskammer Koblenz: Handwerkskonjunktur tritt auf der Stelle, Kostendruck nimmt deutlich zu (7. Oktober 2026)hwk-koblenz.de/artikel/handwerkskonjunktur-tritt-auf-der-steTier 2
Laut Handwerksnation
„Das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz hält die Lage, verliert aber Marge: 83 Prozent der 2.800 befragten Betriebe nennen ihre Geschäftslage gut oder befriedigend, 77 Prozent zahlen höhere Einkaufspreise, nur 34 Prozent können die Preise weitergeben. Die Erwartungen sind mit 77 Prozent so schlecht wie seit fünf Jahren nicht. Kammerpräsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich sprechen von einem „Alarmsignal“.“
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