ZahlenMeldung
Handwerkskonjunktur bricht im zweiten Quartal ein: Umsatzindikator bei minus 12, Beschäftigung bei minus 7
Der Abschwung im Handwerk hat sich im zweiten Quartal 2026 laut Zentralverband des Deutschen Handwerks verschärft. Der Umsatzindikator fiel im Vorjahresvergleich auf minus 12 Punkte, der Beschäftigungsindikator auf minus 7. Als Hauptgrund nennt der Verband die geopolitische Lage mit steigenden Energiepreisen und unsicheren Lieferketten.
Von Carla Steinhauser, Redaktion Handwerksnation: Betriebe, Aufträge, Ausbildung, Nachfolge, Regeln, Köpfe des Handwerks

Das Handwerk steckt tiefer in der Flaute als im Frühjahr. Nach dem Kurzbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zum zweiten Quartal 2026 ist der Umsatzindikator im Vorjahresvergleich auf minus 12 Punkte gesunken, der Beschäftigungsindikator auf minus 7 Punkte. Beide Werte liegen schlechter als im Quartal davor. Der Indikator misst den Saldo aus Betrieben mit steigenden und sinkenden Umsätzen; ein negativer Wert heißt, dass mehr Betriebe Rückgänge melden als Zuwächse.
Schon das erste Quartal war schwach: Der Umsatzindikator lag im Vorjahresvergleich bei minus 25 Punkten, die Beschäftigung bei minus 9, die Kapazitäten waren nach Angaben des Verbands nur zu rund 75 Prozent ausgelastet, die Auftragsreichweite betrug im Schnitt neun Wochen. Investiert wurde vor allem in Ersatz, nicht in Erweiterung.
Als Ursache nennt der ZDH die geopolitische Lage, vor allem den Iran-Konflikt, mit stark gestiegenen Energiepreisen, unsicheren Lieferketten und gedämpfter Nachfrage. Die ohnehin fragile Erholung der deutschen Wirtschaft sei damit vorerst gestoppt. Betroffen sind laut Verband besonders das Bau- und Ausbauhandwerk, logistiknahe Dienstleister und die Produktionsgewerke.
Was das für Betriebe heißt
Die Zahlen sind Stimmung, aber sie decken sich mit den Insolvenzdaten: Bau und Verkehr führen die Statistik an. Wer im Ausbau arbeitet, sollte Angebote mit Preisgleitklauseln für Energie und Material versehen und Zahlungsziele kurz halten. Der ZDH-Bericht zum dritten Quartal erscheint im November, dann zeigt sich, ob die Sommerflaute zum Jahresmuster wird.
Quellen
- Zentralverband des Deutschen Handwerks: ZDH-Kurzbericht Konjunktur 2. Quartal 2026zdh.de/ueber-uns/fachbereich-wirtschaft-energie-umwelt/konjuTier 2
- ZDH: Konjunkturbericht 1. Quartal 2026, Konjunkturwende vertagtzdh.de/fileadmin/Oeffentlich/Wirschaft_Energie_Umwelt/ThemenTier 2
- handwerk.com: Handwerk wartet weiter auf eine Konjunkturbelebung, 11. Mai 2026 (11. Mai 2026)handwerk.com/politik-und-wirtschaft/handwerk-wartet-weiter-aTier 4
Laut Handwerksnation
„Der Abschwung im Handwerk hat sich im zweiten Quartal 2026 laut Zentralverband des Deutschen Handwerks verschärft. Der Umsatzindikator fiel im Vorjahresvergleich auf minus 12 Punkte, der Beschäftigungsindikator auf minus 7. Als Hauptgrund nennt der Verband die geopolitische Lage mit steigenden Energiepreisen und unsicheren Lieferketten.“
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